Gezische aus der Küche
im “La Sepia” tobt das pralle Leben - das Essen ist günstig und lecker Nein, ein Geheimtipp ist das "La Sepia" nicht. Wer die Schanze kennt, kennt
die kulinarische Institution am Schulterblatt. Der Laden ist immer voll, hat immer offen, begeistert immer wieder aufs Neue. Turbulent gehts hier zu. Gezische aus der offenen Küche, eine Horde Kellner, die zwischen den vielen Tischen herumwieselt, verliebte Pärchen, tafelnde Familien und große Runden mit gutem Grund zum Feiern, mittendrin Zeitungs- und Sonstwas-Verkäufer. Im "La Sepia" tobt das pralle Leben.
Gleich am Eingang grüßen leibhaftig Krustentierchen aus dem blubbernden Salzwasser-Aquarium, fünf Schritte weiter beeindrucken ganze, halbe und filetierte Fische in der ausufernden Theke. Spätestens da kommt der Appetit.
Ganz schnell steht Aioli mit unglaublich viel Knoblauch und frischem Brot auf dem Tisch. Dazu eine gekühlte Flasche offener Vino verde (Glas 2 Euro). Wunderbar lässt sich so die gigantische Karte durchstöbern. Wir entscheiden
uns für leckere Schnecken (4,50 Euro), pikant gebraten, und einen Teller gegrillte Sardinen (8,50 Euro). Sehr gut das alles.
Dünn geschnitten, saftig und lecker wird das Tunfischfilet (9 Euro) von dem freundlichen Kellner aufgetischt. Alle Aufmerksamkeit lenkt der an gewagter Konstruktion baumelnde Spieß mit gebratenen Jakobsmuscheln (11 Euro) auf sich. Geschmacklich wertvoll! Hübsch anzusehen auch der Taschenkrebs (14
Euro), der sich in einer Tomatensauce mit Kartoffeln und Gemüse präsentiert. Das Sezieren des widerspenstigen Tierchens erfordert Geduld und erheitert die Nebentische.
Sehr reichlich sind die Portionen. Platz ist zum Ausklang drum auch nur mehr für einen Espresso (1,60 Euro). Und für das untrügliche Gefühl, den Abend einmal mehr am rechten Fleck verbracht zu haben.
UNSER URTEIL (max. 5 Punkte)
MATTHIAS ONKEN |